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Des Einen Freud', des Andern Leid!

Bei geschlossenen Fenstern in der Wohnung bleiben, statt das Frühlingswetter an Feiertagen und am Feierabend im Gärtchen hinter dem Haus zu geniessen? Es bleibt einem nichts anderes übrig, wenn, wie am Palmsonntag, am Osterwochenende und an Auffahrt Hunderte von röhrenden Motorrädern den Dorffrieden nachhaltig stören und den Aufenthalt an der frischen Luft zur Qual werden lassen.

Wir haben das Glück, ein ehemaliges Bauernhaus mit einem kleinen Gartensitzplatz mitten im Dorf zu bewohnen und fühlen uns seit bald 4 Jahren glücklich und „zu Hause“ in Mettmenstetten. Die vielen schönen Spazierwege durch Wald und Felder sowie unser Gärtlein haben es uns leicht gemacht, die Corona-Regeln zu befolgen.  

Wir zählen uns zu den toleranten Leuten, die anderen ihr Vergnügen gönnen und möglichst viele Freiheiten zugestehen. Aber die persönliche Freiheit hat dort ihre Grenzen, wo die Freiheit der Mitmenschen eingeschränkt wird. Was wir am Palmsonntag, am Osterwochenende und jetzt am Auffahrtstag erlebt haben, ist unzumutbar und macht uns regelrecht wütend. Bei schönem Wetter an Sonn- und Feiertagen donnern Hunderte von schweren, aufgemotzten Motorrädern, schnittige   Sportwagen und schöne, aber stinkende Oldtimerautos durch unser Dorfzentrum. Um sicher zu gehen, dass wir nicht übertreiben, haben wir eine kleine Statistik von den Motorrädern gemacht.  

Am Karfreitag zwischen 17.45 und 18.00 Uhr haben wir 42 Motorräder gezählt, von denen leider nur drei angenehm leise waren, der Rest aber mit grösstmöglichem Lärm und in Gruppen bis zu 10  durch das Dorf fegten. Die Geräuschkulisse ab ca. 13.00 Uhr war so schlimm, wie noch nie in den drei Jahren, die wir gegenüber der reformierten Kirche wohnen. Heute, am Auffahrtstag, haben wir in 15 Minuten 49 Motorrädere gezählt, und zwischen 16.00 und 17.00 Uhr kamen ganze Motorradcliquen mit bis zu 10 Teilnehmern an unserm Haus vorbei. Der Lärm riss gar nicht mehr ab. Wir sehnen uns geradezu nach verregneten Wochenenden, die etwas Ruhe bringen. Lärmempfindlich sind wir nicht, denn die Glocken und die Turmuhr der reformierten Kirche, die uns gerade gegenüber liegt, haben uns noch nie gestört.  Bei schönem Wetter fängt der Lärm spätestens gegen 10.00 Uhr an und reisst bis ca. 18.00 Uhr nicht mehr ab.

Unmöglich es im Garten hinter dem Haus auszuhalten! Wir flüchten ins Innere und lassen die dreifach verglasten Fenster verschlossen. Das kann es doch wirklich nicht sein!! Es gibt Lärmgrenzen, die zu respektieren wären, und es gibt Möglichkeiten den Lärm zu messen. Bitte nicht mit Smileys, wie bei Geschwindigkeitskontrollen, denn die Männer – und es sind, wie wir feststellen können, zu 99 % männliche Fahrer – motzen ihre fahrbaren Untersätze ja mit Absicht auf, weil sie das Donnern, Röhren und Knattern so mögen. Was an diesem spätpubertären Lärm sexy oder sportlich sein soll, können wir leider nicht nachvollziehen.

Dieser vermeidbare Lärm ist gesundheitsschädlich und vermindert deutlich die Lebensqualität in unserem schönen Dorf. Dass der Verkehr stetig zunimmt, ist wohl nicht zu vermeiden. Die schweren Laster, die Lieferwagen, die grossen Traktoren, kurz der Werktagsverkehr gibt aber kaum Anlass zu Reklamationen. Wir sind beeindruckt, wie bereitwillig vor den Fussgängerstreifen angehalten wird, sobald man auch nur in die Nähe eines markierten Strassenübergangs kommt, wie höflich und gesittet es in der Regel zugeht. Aber sonnige Wochenende sind für die Anwohner von Durchgangsstrassen zu einem Graus geworden. Hier müssten doch von den Behörden Grenzen gesetzt und Kontrollen durchgeführt werden!!!     

Es würde uns freuen, wenn im Interesse der Wohn- und Lebensqualität im Dorf, die Behörden sich dieses Problems annehmen würden. Damit sie sich ein Bild von der Lage machen können, dürfen sie gerne an einem schönen Sonntagnachmittag ein paar Stunden bei uns im Garten verbringen. Für Verpflegung würde gesorgt.

Béatrice van Strien, Carlo Haueter, Eila Weber, Andreas Frei

 

Béatrice van Strien

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