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5G in Illighausen für wen?

Offenbar wünschten sich einige Illighauser in der Vergangenheit, dass sie auch in ihrem Dorf problemlos mit ihrem Handy telefonieren können. Da es am einfachsten wäre, den Kirchturm mitten im Dorf (neben der Schule) für eine Sendeanlage zu benutzen, hat die Kirchen­vor­steher­schaft der Kirchgemeinde Lengwil eine Abstimmung veranstaltet. Von den über 500 Mitgliedern haben weniger als die Hälfte abgestimmt mit dem Resultat von 124 Ja zu 77 Nein. Dank Corona und teilweise zu spät angekommenen Einladungen wurde die Infoveranstaltung im Vorfeld kaum besucht und es blieb sehr wenig Zeit für die Meinungsbildung. Da die Gemeindeversammlungen abgesagt wurden ging ich nämlich davon aus, dass auch diese Veranstaltung nicht stattfindet und wurde dann von der Einladung am Tag des Anlasses überrascht. Es ist ja überhaupt kein dringendes Geschäft, zumal ja bereits vor 6 Jahren mal darüber abgestimmt wurde. Warum diese Zwängerei?

Nun ist es sehr schwierig, das Abstimmungsresultat zu interpretieren. Wer hat da überhaupt abgestimmt? Die Präsidentin und ein Vorstandsmitglied empfahlen die Annahme und meinten, man solle möglichst die Illighauser abstimmen lassen. Nun zeigt sich aber eine grosse Unzufriedenheit und Ratlosigkeit im Dorf.

Vor der Abstimmung wurde kommuniziert, es gehe darum, den Illighausern „etwas Gutes zu tun“, indem man sie mit Mobilfunk versorgt. Nun zeigt sich aber, dass die Swisscom gar kein Interesse hat, nur die Illighauser zu versorgen. Sie will eine Antennenanlage mit maximaler Sendeleistung für die Versorgung der weiteren Umgebung mit 5G installieren, und das mitten im Wohngebiet und direkt neben der Schule. Schweiz weit werden immer mehr 5G-Projekte auf Eis gelegt, weil man sich über die Gesundheitsrisiken dieser extrem starken Strahlung nicht im klaren ist. Viele Kirchen sehen inzwischen aus ethischen und kirchen­politischen Gründen überhaupt vom Einbau von Mobilfunkanlagen in Kirchengebäuden ab.

Hoffentlich merkt die Kirchenvorsteherschaft nun, dass sie sich da sehr weit aufs Glatteis begeben hat und ergreift die letzte Chance, sich noch einigermassen glimpflich aus dieser Affäre zu ziehen. Sie kann bei der Swisscom darauf beharren, dass nur eine Kleinzelle für die lokale Mobilfunk­versorgung eingebaut wird. Wer braucht schon 5G in Illighausen? (eine Technik, die vielleicht gar nie richtig zum Tragen kommen wird). Wer will schon eine stark strahlende Antenne im Wohn­gebiet und neben der Schule, wo doch längst klar ist, dass die Strahlung lange nicht so harmlos ist, wie das die Mobilfunkanbieter aus rein wirtschaftlichen Gründen immer wieder behaupten?

 

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Ueli Liniger

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